Frauen in Bewegung Politische Räume von Migrantinnen aus der Türkei in West-Berlin (1961 – 1989)
Eine Studienvorstellung mit Dr. Elisabeth Kimmerle
Denkt man an die frühe Arbeitsmigration in den 60er- und 70er Jahren, dann erinnert man sich eher an männlich geprägte Einwanderung. Doch viele der sogenannten Gastarbeiter waren auch weiblich. Immerhin waren von den 650.000 Menschen, die bis zum Anwerbestopp 1973 aus der Türkei in die Bundesrepublik kamen, 140.000 Frauen, die sich oft eigenständig auf den Weg nach Deutschland machten. Wie sie sich in der nicht sonderlich gastfreundlichen Fremde einrichteten, sich solidarisierten und für ihre Rechte am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft stritten, kann man durchaus als ein Zeichen weiblicher Selbstermächtigung betrachten.
Dr. Elisabeth Kimmerle hat am Beispiel von West-Berlin die Lebenswege und Kämpfe der Migrantinnen der schnöden Nichtbeachtung entrissen und sie im Rahmen ihrer preisgekrönten Dissertation „Frauen in Bewegung“ (2026 bei Wallstein erschienen) anhand zahlreicher Archivquellen und Interviews mit Zeitzeuginnen untersucht und nachgezeichnet.
Einige besonders eindrückliche Porträts von „bewegten Frauen“ und die Ergebnisse ihrer Untersuchungen wird Dr. Kimmerle im Gespräch vorstellen.
Elisabeth Kimmerle, geb. 1985, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF). Sie hat Philosophie, Germanistik und Journalistik in Freiburg, Leipzig und Istanbul studiert. Nach ihrem Volontariat bei der taz hat sie als Co-Projektleiterin und Redakteurin bei dem deutsch-türkischen Onlineprojekt der taz, taz.gazete, gearbeitet.
2025 erhielt sie den Nachwuchswissenschafts-Preis der Landeshauptstadt Potsdam für ihre außergewöhnlichen wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der deutsch-türkischen Migrationsgeschichte. Ihre Promotion an der Universität Potsdam entstand am ZZF im Rahmen des Verbundprojekts »The Historicity of Democracy in the Muslim and Arab Worlds«.
Info: volker.neupert@respekt-und-mut.de, mobil: 0152-55823791
Eine Veranstaltung von Düsseldorfer Beiträge „Respekt und Mut“ in Kooperation mit Kommunales Integrationszentrum Düsseldorf, Migrantinnenverein Düsseldorf und Stadtbüchereien Düsseldorf