Fachtag "Co-Memory" Lokale Ansätze für die Arbeit gegen Antisemitismus und Antiziganismus.


Lokale Koalition koordiniert von Jüdische Gemeinde, Düsseldorf, K.d.ö.R., Bildungsforum gegen Antiziganismus, Berlin, Düsseldorfer Beiträge „Respekt und Mut“ und SABRA NRW (Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit Beratung bei Rassismus und Antisemitismus.)

Angesichts der besorgniserregenden Ausbreitung von autoritären, demokratiefeindlichen Einstellungen ist ein aktivierender und solidarisierender Zusammenschluss von Bevölkerungsgruppen, die extreme Kräfte auf ihrer Verfolgungsagenda haben, dringend erforderlich.
Daher haben mit Hilfe der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ zwei Selbstorganisationen der jüdischen Minderheit und der Sinti und Roma das gemeinsame Pilotprojekt „Co-Memory“ konzipiert, welches mit relevanten lokalen Akteuren ein starkes und kompetentes Bündnis gegen Antisemitismus und Antiziganismus aufbauen und aus Düsseldorf auch bundesweit ein Signal senden möchte.

Im Rahmen eines Fachtags, der am 26. Mai von 10:00 bis 15:00 Uhr in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf stattfindet, möchten wir anhand von Impulsen und anschaulichen Beispielen aus der Praxis mit vielen Institutionen, Vereinen und Verbänden Begegnungen und Veranstaltungen zur Überwindung von stereotypen Vorurteilen und ausgrenzenden Rassismen erarbeiten.
Die Moderation der Veranstaltung wird die Journalistin Annette Kanis übernehmen.
Sie arbeitet u.a. für die Jüdische Allgemeine und für das ZDF. In Düsseldorf ist sie vor allem durch ihr Buch „Zuhause in Düsseldorf: Die Jüdische Gemeinde 1945 bis heute“ bekannt. (Droste Verlag, 2018)

Die Grußworte halten Josef Schuster für den Zentralrat der Juden in Deutschland;
Romani Rose für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und
Michaela Küchler, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland für Beziehungen zu jüdischen Organisationen.

Impulsvortrag von Tobias Neuburger von der Universität Hannover: „Dass beide zwei ganz verschiedene Völker sind“. Überlegungen zum Verhältnis von Antisemitismus und Antiziganismus.

Es folgt ein moderiertes Gespräch zwischen Herbert Rubinstein (ehemals Landesverband Jüdischer Gemeinden Nordrhein) und Dotschy Reinhardt (Künstlerin und Vertreterin des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma ) über eigene Erfahrungen mit Diskriminierung und über die Geschichte der Kooperation beider Selbstorganisationen nach 1945.

Im Anschluss finden (virtuelle) Arbeitsgruppen statt.
Geplant sind u.a. Vorstellung von „MALMAD, virtueller Methodenkoffer gegen Antisemitismus“ (ein Projekt von SABRA), die Vorstellung von Angeboten zur Fortbildung im Themenbereich Antiziganismus für zivilgesellschaftliche Akteure, eine Arbeitsgruppe zu „Antisemitismus, Antiziganismus und Sport“ sowie eine Planungsgruppe für konkrete Projekte und Veranstaltungen in Düsseldorf.

Für den 8. Oktober planen wir eine (hoffentlich mindestens hybride) Bilanzveranstaltung mit Podien, Workshops und (Werk)Ausstellung, bei der auch zukünftige Aktivitäten bis 2023 geplant und eventuell präsentiert werden können.
So möchten wir am 9. Oktober 2021 z.B. ein Konzert mit Dotschy Reinhardt im Maxhaus anbieten.